Ein Blick auf die Chancen der heimischen Wasserstoffproduktion

Kreis Kleve – Kevelaer Das Thema Wasserstoff ist zurzeit in aller Munde. Vor allem im Kreis Kleve, der sich auf den Weg zur Wasserstoffregion macht. Zahlreiche Unternehmen in der Region haben das Potenzial des Grünen Wasserstoffs erkannt – als Energiespeicher volatiler, umweltfreundlicher Energieerzeugung und als Ersatz für fossile Brennstoffe. Eine dieser Firmen ist die Wasserstoff-Systeme-Niederrhein GmbH (WSN) mit Sitz in der Wallfahrtsstadt Kevelaer. Nun erhielt die WSN, die in den Räumlichkeiten des Partnerunternehmens ESN GmbH ansässig ist, Besuch von der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve (WfG). WfG-Geschäftsführerin Brigitte Jansen und Dr. Benedikt Rösen, der als Innovationsmanager bei der WFG schwerpunktmäßig das Thema Wasserstoff vorantreibt, tauschten sich mit den Firmenchefs über die Chancen der heimischen Wasserstoffproduktion aus.

Seit 1999 bietet ESN ein breites Produktportfolio, unter anderem in den Bereichen Photovoltaik, Solarthermie, Speichertechnologie, Elektromobilität und Ladestationen an. Das Team von zurzeit 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund um die Geschäftsführer Sascha Koziol und Franz-Josef Schraven steht mit fast 25 Jahren Know-how den Kunden zur Seite.

Die langjährige Expertise im Bereich der Erneuerbaren Energien wurde durch die Gründung der Wasserstoff-Systeme Niederrhein GmbH (WSN) ergänzt. Firmengründer und Geschäftsführer Schraven sieht den Aufbau einer Wasserstoffregion Kreis Kleve als einen zentralen Baustein der Energiewende im Kreis.

Die WSN und deren Wasserstoff-Projektmanager Stephan Tecklenburg möchten die Möglichkeiten einer verstärkten Wasserstoff-Nutzung im Kreis Kleve erkunden und umsetzen. Wissenschaftliche Unterstützung leistet hierzu die Hochschule Rhein-Waal. So sollen zu speziellen Themen Bachelor- und Masterarbeiten durchgeführt werden, die von Tecklenburg betreut werden.

Für Firmengründer Schraven, der bereits einige Netzwerktreffen organisiert hat und mit vielen Unternehmen im Kreis in Kontakt ist, ist jetzt ein wichtiger Zeitpunkt, um die Aktivitäten im Bereich der Wasserstoffwirtschaft im Kreis zu bündeln und konkrete Projekte zu realisieren: „Für die Umsetzung von gemeinschaftlichen Projekten und zum Austausch mit anderen Regionen ist es wichtig, geeignete Strukturen zu schaffen.“ Im vergangenen Jahr hatte es am Airport Niederrhein in Weeze ein Treffen von Vertretern aus Politik und Industrie gegeben. Unter anderem wurde die Idee festgehalten, einen Förderverein wie er bereits im Rhein-Kreis Neuss existiert im Kreis Kleve zu gründen.

Der Geschäftsführer freut sich darüber hinaus, dass bei der Kreis-Wirtschaftsförderung die Stelle des Innovationsmanagers neu geschaffen wurde und im Kreis Kleve ein hohes Energiebewusstsein vorhanden ist. „Mit Dr. Rösen wird die Energiewende im Kreis Kleve weiter an Fahrt gewinnen“, blickt Schraven optimistisch in die Zukunft.

Über die zukünftigen Potenziale im Kreis Kleve hielt Dr. Jörg Fabri, der als Managing Partner der allocate International GmbH über langjährige Erfahrung sowohl in der Projektentwicklung als auch im Projektmanagement verfügt, einen Vortrag über die Vorteile der heimischen Wasserstoffproduktion. Fabri sieht ein großes Potenzial für die Produktion von Grünem Wasserstoff im Kreis Kleve. Dieser sei dann unter bestimmten Rahmenbedingungen wie beispielsweise der Nutzung von Überschussstrom „wettbewerbsfähiger als der über den Schiffsweg importierte Wasserstoff, der über vielfältige Umwandlungsschritte und lange Transportwege mit gravierenden Wirkungsgradverlusten verbunden ist“, so Fabri. Sein Fazit: „Heimische Wasserstoffproduktion sollte in ein digital gesteuertes Gesamtsystem integriert sein, welches über Verknüpfung von erneuerbarer Erzeugung, Elektrolyse, Netzinfrastruktur und Verbrauchern zu insgesamt sehr günstigen Energiepreisen im Kreis Kleve führen kann.“

Auch für den Kreis ist die Entwicklung einer „Wasserstoffregion Kreis Kleve“ von hoher Bedeutung. „Seit Anfang Juni 2023 ist Dr. Benedikt Rösen mit dem Schwerpunktthema Wasserstoff bei der Wirtschaftsförderung tätig. Wir sind zuversichtlich, dass dieses zusätzliche Engagement wichtige Impulse für die Gestaltung des zukünftigen Energiesystems in der Region erbringen wird und uns dem Ziel, Wasserstoffregion Kreis Kleve zu werden, näherbringt“, erklärt WfG-Geschäftsführerin Brigitte Jansen. Zusammen mit den hiesigen Akteuren soll nun der Auf- und Ausbau der Wasserstoffwirtschaft weiter vorangetrieben werden.

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